Vergütung im Hebammenstudium: 1.610 bis 1.815 €
Von der RedaktionAktualisiert am 4. November 20267 Min. Lesezeit

Im Hebammenstudium bekommst Du von Deiner Klinik eine Vergütung, im öffentlichen Dienst 1.610 bis 1.815 € brutto im Monat. Kommunale Krankenhäuser zahlen nach dem TVHöD seit 01.05.2026 monatlich 1.815 €, Unikliniken der Länder nach der TdL-Richtlinie seit 01.04.2026 monatlich 1.610 €. Die veröffentlichten Hausbeträge einzelner Kliniken liegen alle unter 1.815 €.
Was das Gesetz regelt und was nicht
§ 34 Abs. 1 des Hebammengesetzes verpflichtet die verantwortliche Praxiseinrichtung, also die Klinik, mit der Du den Vertrag zur akademischen Hebammenausbildung schließt, zu einer „angemessenen monatlichen Vergütung“. Sie gilt vom Beginn des Studiums bis zum Ende des Vertrags – einen Betrag nennt das Gesetz aber nicht.
Zwei Dinge stehen trotzdem fest. Die Höhe muss im Vertrag stehen (§ 28 Abs. 1 Nr. 5 HebG). Und Sachbezüge wie Unterkunft oder Verpflegung darf die Klinik nur anrechnen, wenn das vereinbart ist, höchstens bis 75 Prozent der Bruttovergütung (§ 34 Abs. 2 HebG).
Was „angemessen“ ist, legen Tarifverträge, kirchliche Arbeitsvertragsrichtlinien und Hausverträge fest. Für Dich heißt das: Die Vergütung hängt am Träger der Klinik, nicht an der Hochschule.
Hebamme Studium Vergütung nach Tarif
Die Tabelle zeigt alle Tarife und Hausbeträge, die für Hebammenstudierende veröffentlicht sind, mit Stand und Quelle.
| Tarif | Gilt für | Betrag | Stand |
|---|---|---|---|
| TVHöD | Studierende mit Vertrag nach HebG bei kommunalen Krankenhäusern, die Mitglied eines VKA-Mitgliedverbands und an den TVöD gebunden sind (§ 1 TVHöD) | 1.815 € | ab 01.05.2026 |
| TdL-Richtlinie | Universitätskliniken und Landeskrankenhäuser der Länder in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder; für das Hebammenstudium gilt Abschnitt II mit Maßgaben verbindlich | 1.610 € | ab 01.04.2026 |
| AVR DWBO | Einrichtungen der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz; Anlage 10a Nr. III nennt ausdrücklich Ausbildungen „nach dem HebammenG“ | 1. Jahr West: 1.472,18 € · 2. Jahr West: 1.566,14 € · 3. Jahr West: 1.691,44 € · 4. Jahr West: 1.817,95 € · 1. Jahr Ost: 1.529,52 € · 2. Jahr Ost: 1.627,16 € · 3. Jahr Ost: 1.757,33 € · 4. Jahr Ost: 1.888,77 € | ab 01.07.2026 |
| AVR Caritas | Einrichtungen der Caritas; Abschnitt G § 5 Abs. 1: Die akademische Hebammenausbildung nach dem HebG ist ein praxisintegriertes Studium im Gesundheits- und Pflegewesen | 1. Jahr: 1.490,69 € · 2. Jahr: 1.552,07 € · 3. Jahr: 1.653,38 € · 4. Jahr: 1.815 € | |
| UM Mainz | Studierende mit Vertrag bei der Universitätsmedizin Mainz (nicht Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein Koblenz) | 1. Jahr: 1.534,51 € · 2. Jahr: 1.608,99 € · 3. Jahr: 1.728,95 € | 19.10.2026 |
| UKSH | Studierende der Universität zu Lübeck mit Vertrag beim UKSH (Kiel oder Lübeck); andere verantwortliche Praxiseinrichtungen können abweichen | 1. Jahr: 1.440 € · 2. Jahr: 1.506 € · 3. Jahr: 1.613 € · 4. Jahr: 1.613 € | 19.10.2026 |
Quellen und Rechenweg: Methodik. Selbst rechnen: Gehaltsrechner.
Kommunale Krankenhäuser: TVHöD
Kommunale Kliniken wenden einen eigenen Tarifvertrag an, den Tarifvertrag für Studierende in einem dualen Hebammenstudium im öffentlichen Dienst (TVHöD). Ihn haben die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, ver.di und der dbb am 11.01.2022 geschlossen. Das Studienentgelt beträgt seit dem 01.05.2026 monatlich 1.815 €, vorher 1.740 € (§ 9 Abs. 1). Es ist in allen Studienjahren gleich – im ersten wie im letzten.
Eine weitere Erhöhung ist im Text nicht vereinbart. Der Paragraf zum Entgelt ist frühestens zum 31.03.2027 kündbar (§ 24 Abs. 3 TVHöD).
Unikliniken der Länder: TdL-Richtlinie
Die Länder haben für Studierende keinen Tarifvertrag, sondern die „Richtlinie der TdL für duale Studiengänge und Masterstudiengänge“. Sie ist grundsätzlich nur eine Empfehlung. Für das Hebammenstudium hat die Tarifgemeinschaft deutscher Länder ihren Abschnitt II aber „mit bestimmten Maßgaben verbindlich“ gemacht. Der Satz für „Pflegebereich sowie sonstige“ duale Studiengänge steigt nach Datum:
| Zeitraum | Studienentgelt im Monat |
|---|---|
| 01.04.2026 bis 28.02.2027 | 1.610 € |
| 01.03.2027 bis 31.12.2027 | 1.670 € |
| ab 01.01.2028 | 1.700 € |
Ein Hinweis zur Einordnung: Dass Hebammenstudierende diesen höheren Satz bekommen, ergibt sich aus den TdL-Hinweisen von 2020, die „Bachelor Hebamme“ den sonstigen dualen Studiengängen zuordnen. Die Maßgaben für das Hebammenstudium selbst hat die TdL nicht im Wortlaut veröffentlicht. Die Zuordnung ergibt sich deshalb aus den Hinweisen, nicht aus einem Wortlaut. Für den Gesundheitsbereich gilt ein niedrigerer Satz von 1.485 € (seit 01.04.2026). Das Studienentgelt nimmt laut Richtlinie nicht an allgemeinen Entgelterhöhungen teil.
Kirchliche Träger: AVR Diakonie und Caritas
Die Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz zahlt nach ihren Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR DWBO), Anlage 10a. Die Beträge gelten ausdrücklich auch für Ausbildungen „nach dem HebammenG“ und steigen mit dem Studienjahr. Seit 01.07.2026 sind es im Tarifgebiet West 1.472,18 € im ersten bis 1.817,95 € im vierten Jahr, im Tarifgebiet Ost 1.529,52 € bis 1.888,77 €. Ab 01.01.2027 steigen die Werte um 2 Prozent, im Westen auf 1.501,62 € im ersten Jahr.
Die AVR Caritas nennen für die akademische Hebammenausbildung ebenfalls Beträge, geben aber nicht an, ab wann sie gelten – deshalb stehen sie hier nicht. Für die Diakonie außerhalb von Berlin-Brandenburg ist keine Regelung für Hebammenstudierende veröffentlicht.
Veröffentlichte Hausbeträge
Einige Kliniken und Hochschulen nennen konkrete Summen. Die Universitätsmedizin Mainz zahlt 1.534,51 € im ersten, 1.608,99 € im zweiten und 1.728,95 € im dritten Studienjahr. Das UKSH, Praxispartner der Universität zu Lübeck, zahlt 1.440 €, 1.506 € und 1.613 € im dritten und vierten Jahr. Die Universität Tübingen gibt „ca. 1.517 €“ an, die KSH München für ihre Praxispartner einen Durchschnitt von rund 1.250 € und die Fliedner Fachhochschule für ihre Partner rund 950 bis 1.140 €.
Der Abstand ist größer, als die Spanne der Tarife vermuten lässt. Zwischen dem UKSH im ersten Jahr und dem TVHöD liegen 375 € im Monat, zwischen dem unteren Fliedner-Wert und dem TVHöD 865 €. Frag deshalb vor der Unterschrift, nach welchem Tarif die Klinik zahlt. Für Kliniken mit eigenem Tarif oder Haustarif, die nichts veröffentlichen, bleibt nur diese Frage.
Jahressonderzahlung, Urlaub und das Jahr in Zahlen
Zum Monatsbetrag kommen weitere Leistungen. Der TVHöD regelt sie selbst, für die TdL-Richtlinie ergeben sie sich über einen Verweis auf den Ausbildungstarif der Länder für Pflegeberufe (TVA-L Pflege).
| Leistung | TVHöD (kommunal) | TdL-Richtlinie (Länder) |
|---|---|---|
| Jahressonderzahlung | 90 % des Novemberentgelts (§ 19) | 95 % (§ 16 TVA-L Pflege) |
| Urlaub | 30 Ausbildungstage, im Schichtdienst ab dem 2. Studienjahr +1 Tag (§ 12) | 30 Arbeitstage nach § 26 TV-L, im Schichtdienst im 2. und 3. Jahr je +1 Tag |
| vermögenswirksame Leistungen | 13,29 € im Monat (§ 18) | nicht ausgewertet |
| Rechenbeispiel Jahr (12 Monate + Sonderzahlung) | 21.780 € + 1.633,50 € = 23.413,50 € | 19.320 € + 1.529,50 € = 20.849,50 € |
Das Rechenbeispiel nimmt den Betrag vom Oktober 2026 für alle zwölf Monate und den Monatsbetrag als Grundlage der Sonderzahlung. Bei der TdL ist es eine Berechnung, weil sich die Anwendung von § 16 TVA-L Pflege auf Hebammenstudierende nur aus dem Verweis folgt. Den Urlaub nimmst Du in beiden Tarifen in der vorlesungsfreien Zeit.
Das Studienentgelt ist steuer- und sozialversicherungspflichtig (§ 9 Abs. 2 TVHöD, Abschnitt II Ziff. 6 Abs. 2 TdL-Richtlinie). Was Dir netto bleibt, zeigt der Artikel Hebamme Gehalt netto.
Studiengebühren: wer zahlt?
An staatlichen Hochschulen zahlst Du den Semesterbeitrag, Studiengebühren fallen dort für das Hebammenstudium in der Regel nicht an. Die Jade Hochschule in Oldenburg etwa nennt einen Semesterbeitrag von 434,80 €, der „ggf. von den Praxispartnern“ übernommen werde.
Drei private Hochschulen verlangen Studiengebühren. Die Beträge stehen in der Quelle pro Monat; pro Semester sind es sechs Monatsbeträge.
| Hochschule | pro Monat | pro Semester | weitere Kosten |
|---|---|---|---|
| Fliedner FH Düsseldorf | 498 € im 1. Jahr, danach jährlich +2 % | 2.988 € im 1. Jahr | Prüfungs- und Anmeldegebühren enthalten |
| FHM Hannover | 820 € | 4.920 € | Abschlussprüfung 500 €, insgesamt 34.940 € |
| HGE Eberswalde | 490 € | 2.940 € | einmalig 240 € Immatrikulation und 490 € Prüfung |
Die Angaben zu Fliedner und FHM stammen von den Hochschulseiten (Abruf 19./20.10.2026). Die HGE-Werte stammen von der Hochschulseite (Stand 25.10.2026); dort heißt es, die Mitgliedshäuser übernähmen die Studiengebühren für Studierende ab dem Wintersemester 2023. Zur Akkreditierung widerspricht sich die Seite: Ein Siegel nennt den Studiengang akkreditiert, der Fließtext spricht noch vom Verfahren der Akkreditierung und der berufsrechtlichen Genehmigung.
Wer die Gebühren trägt, regeln die Tarife unterschiedlich. Die TdL-Richtlinie sagt knapp: „Der Ausbildende übernimmt die notwendigen Studiengebühren“ (Abschnitt II Ziff. 6 Abs. 3). Der TVHöD erlaubt nur, die Übernahme zu vereinbaren; einen Anspruch gibt es nicht (§ 9 Abs. 4). Ist eine Übernahme vereinbart, sieht § 22 TVHöD Rückzahlungen vor – etwa bei einer Eigenkündigung nach der Probezeit ohne wichtigen Grund oder wenn Du nach dem Abschluss ein passendes Stellenangebot der Klinik ablehnst. Der Vertrag kann davon abweichen.
Rechne bei privaten Hochschulen deshalb mit dem Vertrag in der Hand. Übernimmt die Klinik die Gebühr an der Fliedner FH nicht, bleiben von der genannten Vergütung von rund 950 bis 1.140 € im ersten Jahr nach Abzug der 498 € brutto etwa 450 bis 640 € im Monat. Welche Klauseln der Vertrag enthalten darf und welche nichtig sind, erklärt der Artikel zum Vertrag zur akademischen Hebammenausbildung.
Von der Vergütung zum Gehalt
Die Vergütung ist eine Zwischenstation. Nach dem Abschluss steigst Du im TVöD in P 11 ein, mit 4.586,53 € brutto im Monat in Stufe 2: 4.419,71 € Tabellenentgelt plus 166,82 € feste Zulagen (seit 01.05.2026). Alle Tarife für den Berufseinstieg vergleicht der Ratgeber zum Hebammengehalt.
Wie Vertrag, Praxis und Hochschule im dualen Studium zusammenspielen, steht im Artikel Hebamme duales Studium. Und weil Du Dich zuerst bei der Klinik bewirbst, entscheidest Du mit der Wahl der Klinik auch über den Tarif: Wie das abläuft, erklärt der Ratgeber zur Bewerbung fürs Hebammenstudium.
Quellen
- § 34 HebG, Vergütung: „angemessene monatliche Vergütung“ vom Studienbeginn bis zum Vertragsende, Sachbezüge höchstens 75 Prozent
- § 28 HebG, Vertragsinhalt: Höhe der Vergütung als Pflichtangabe im Vertrag
- TVHöD, Lesefassung Stand 01.07.2025: Studienentgelt 1.740 € ab 01.04.2025 und 1.815 € ab 01.05.2026 (§ 9 Abs. 1), Steuer- und Sozialversicherungspflicht (§ 9 Abs. 2), Studiengebühren (§ 9 Abs. 4), Urlaub (§ 12), vermögenswirksame Leistungen (§ 18), Jahressonderzahlung 90 Prozent (§ 19), Rückzahlungsgrundsätze (§ 22), Kündbarkeit (§ 24 Abs. 3)
- TVöD BT-K, Lesefassung Stand 01.01.2026: Tabellenentgelt P 11 Stufe 2 4.419,71 € ab 01.05.2026 (Anlage E); Zulage 25,00 € und Pflegezulage 141,82 € für P 5 bis P 16 (§ 52 Abs. 5 und 6)
- Richtlinie der TdL für duale Studiengänge, Fassung 23.03.2026: Verbindlichkeit für das Hebammenstudium (Präambel), Studienentgelt 1.610 / 1.670 / 1.700 € und 1.485 € Gesundheitsbereich (Abschnitt II Ziff. 6 Abs. 1), Steuerpflicht (Ziff. 6 Abs. 2), Übernahme der Studiengebühren (Ziff. 6 Abs. 3), Urlaub in der vorlesungsfreien Zeit (Ziff. 7)
- Hinweise der TdL zur Richtlinie, Niedersachsen-Fassung 07.08.2020: Ziff. 8.1, „Bachelor Hebamme“ zählt zu den sonstigen dualen Studiengängen
- TVA-L Pflege in der Fassung des ÄTV Nr. 13: Urlaub (§ 9), Jahressonderzahlung 95 Prozent (§ 16)
- AVR DWBO, Stand 01.01.2026: Anlage 10a Nr. III, Ausbildungsentgelte nach dem HebammenG, West und Ost, ab 01.07.2026 und ab 01.01.2027
- AVR Caritas, Fassung ab 01.01.2027: Abschnitt G, Beträge für die akademische Hebammenausbildung ohne Gültig-ab-Datum
- Universitätsmedizin Mainz, Informationen zum Studium: 1.534,51 / 1.608,99 / 1.728,95 €, 30 Tage Urlaub
- UKSH Akademie, Hebammenwissenschaft B.Sc.: 1.440 / 1.506 / 1.613 / 1.613 €
- Universität Tübingen, Hebammenwissenschaft: Vergütung „ca. 1.517 €“
- KSH München, Hebammenkunde: durchschnittliches Einkommen bei den Praxispartnern ca. 1.250 €
- Fliedner Fachhochschule, Hebammenkunde B.Sc.: Studiengebühren 498 € im Monat im ersten Jahr, jährlich +2 Prozent; Vergütung beim Praxispartner ca. 950 bis 1.140 €
- FHM, Duales Studium Hebammenwissenschaft: 820 € im Monat, Abschlussprüfung 500 €, Gesamtsumme 34.940 €
- HGE, B.Sc. Hebamme (abgerufen 25.10.2026): 490 € im Monat, 240 € Immatrikulation, 490 € Prüfung, Übernahme durch Mitgliedshäuser, Verfahrensstand
- Jade Hochschule, Hebammenwissenschaft dual: Semesterbeitrag 434,80 €
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