Hebammenstudium Dauer: 6 bis 8 Semester, meist 7

Von der RedaktionAktualisiert am 25. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Sanduhr auf einem Holztisch

Das Hebammenstudium dauert laut Hebammengesetz in Vollzeit mindestens sechs und höchstens acht Semester (§ 11 Abs. 1 HebG). Keiner der 47 Studiengänge nutzt die Untergrenze. 40 Studiengänge dauern sieben Semester, sieben dauern acht. Wer im Oktober 2027 beginnt, ist also frühestens 2031 fertig, je nach Studienort im Frühjahr oder im Herbst.

Die Semesterzahl ist keine Nebensache. Sie entscheidet, wann Du in den Beruf startest, wie viele Monate Du Vergütung bekommst und wie lange Dein Vertrag mit der Klinik läuft.

Was das Gesetz zur Dauer vorschreibt

Das Hebammengesetz legt zwei Grenzen fest: die Semesterzahl und den Umfang. Mindestens 4.600 Stunden muss das Studium haben, davon mindestens 2.200 in der Praxis und 2.200 an der Hochschule (§ 11 Abs. 3 HebG). Wie viele Semester eine Hochschule dafür ansetzt, legt sie in ihrem Studiengangskonzept fest. Das Konzept wird akkreditiert, und die zuständige Landesbehörde prüft dabei die berufsrechtlichen Vorgaben (§ 12 HebG). Eine Hochschule kann ihre Regelstudienzeit also nicht kurzfristig ändern. Was in diesen Stunden passiert, beschreibt der Artikel zu den Inhalten des Hebammenstudiums.

Die Untergrenze von sechs Semestern ist auch eine Sperre nach unten. Weder das Gesetz noch die Studien- und Prüfungsverordnung kennen eine Verkürzung, etwa für Pflegefachkräfte. Die einzige Anrechnung betrifft Praxiseinsätze im Ausland mit bis zu 480 Stunden (§ 7a HebStPrV), und sie verkürzt keine Semester. Mehr dazu im Artikel zum Quereinstieg aus der Pflege.

Hebamme Studium Dauer: sieben oder acht Semester

Acht Semester haben die Universität Bonn, die Universität Münster, die Hochschule Bremen, die Universität zu Lübeck, die MLU Halle-Wittenberg, die Ernst-Abbe-Hochschule Jena und der Kooperationsstudiengang der Frankfurt UAS mit der Goethe-Universität. Alle übrigen planen sieben Semester. Die private FHM in Hannover nennt statt Semestern 42 Monate.

Mit der Semesterzahl wächst meist der Umfang. Die achtsemestrigen Studiengänge, die eine Zahl nennen, kommen auf 240 Leistungspunkte (ECTS), die siebensemestrigen auf 210. Eine Ausnahme ist die DHBW Stuttgart, die 240 Leistungspunkte in sieben Semester packt. Frankfurt beschreibt den Aufwand konkret: 7.200 Stunden Gesamtworkload in acht Semestern.

Warum eine Hochschule acht Semester wählt, steht selten auf ihrer Seite. Bei der Hochschule Bremen ist der Grund sichtbar: Das fünfte Semester ist ein Pflicht-Auslandssemester. Wer gern ins Ausland möchte, findet dort einen festen Platz im Studienplan; die Vergütung läuft laut Hochschule auch im Auslandssemester weiter.

Wie die Semester aufgebaut sind

Ein Semester im Hebammenstudium ist kein Vorlesungssemester mit Ferien. Praxis und Lehre sollen „inhaltlich und zeitlich eng miteinander verzahnt“ sein (§ 21 Abs. 1 HebG). In der Regel wechseln sich deshalb Blöcke an der Hochschule und in der Klinik ab, und Praxisblöcke liegen auch in der vorlesungsfreien Zeit.

Die TH Nürnberg beschreibt ihren Ablauf beispielhaft. Die sieben Semester teilen sich in drei Abschnitte: Semester 1 und 2, Semester 3 bis 5, Semester 6 und 7. Die Praxiseinsätze – zusammen 2.400 Stunden – liegen blockweise in Vorlesungszeit und veranstaltungsfreier Zeit, auch an Wochenenden und Feiertagen mit Ausgleich. Die Bachelorarbeit schreibst Du dort im sechsten Semester in höchstens fünf Monaten, die staatliche Prüfung folgt im siebten.

Schon am ersten Tag beginnt außerdem die Probezeit Deines Vertrags mit der Klinik. Sie dauert sechs Monate, also etwa das erste Semester (§ 36 HebG); in dieser Zeit können beide Seiten ohne Frist kündigen.

Was ein achtes Semester für Dich bedeutet

Ein Semester länger heißt zuerst: ein halbes Jahr später im Beruf – und damit ein halbes Jahr später das volle Gehalt. Es heißt aber auch ein halbes Jahr länger Vergütung. Der Vertrag zur akademischen Hebammenausbildung endet mit dem letzten Semester, das im Konzept des Studiengangs steht, und zwar unabhängig davon, wann die staatliche Prüfung stattfindet (§ 37 Abs. 1 HebG). Bis dahin zahlt die Klinik die monatliche Vergütung (§ 34 Abs. 1 HebG). Wie hoch sie ist, steht im Artikel zur Vergütung im Hebammenstudium.

Für den Studienstart im Wintersemester 2027/28 sieht der Zeitplan so aus:

Regelstudienzeit letztes Semester staatliche Prüfung
7 Semester Wintersemester 2030/31 im 6. und 7. Semester
8 Semester Sommersemester 2031 im 7. und 8. Semester

Die staatliche Prüfung liegt immer in den letzten beiden Semestern (§ 25 Abs. 1 HebG). Die TH Aschaffenburg etwa nennt das sechste Semester für die staatliche Prüfung in ihrem Studienverlaufsplan. Danach beantragst Du die Erlaubnis, die Berufsbezeichnung „Hebamme“ zu führen.

Fast alle Studiengänge beginnen im Wintersemester. Die Hochschule Bochum bietet als einzige auch einen Start im Sommersemester an; einzelne ihrer Kliniken stellen nur zu einem der beiden Termine ein. Der genaue Starttag unterscheidet sich: Die katho in Köln beginnt am 01.09.2027, das Bonifatius Hospital Lingen (Hochschule Osnabrück) ebenfalls zum 01.09.2027, die FAU Erlangen am 01.10.2027.

Prüfung nicht bestanden: höchstens ein Jahr länger

Jeden Teil der staatlichen Prüfung darfst Du einmal wiederholen (§ 36 Abs. 1 HebStPrV). Den praktischen Teil wiederholst Du erst nach einem zusätzlichen Praxiseinsatz (§ 36 Abs. 3 HebStPrV).

Für diesen Fall verlängert das Hebammengesetz Deinen Vertrag mit der Klinik. Bestehst Du die staatliche Prüfung nicht, oder kannst Du sie ohne eigenes Verschulden nicht vor dem Ende des letzten Semesters ablegen, läuft der Vertrag auf Deinen schriftlichen Antrag weiter. Er verlängert sich bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung – höchstens aber um ein Jahr (§ 37 Abs. 2 HebG). Ohne Antrag endet er mit dem letzten Semester.

Die Klinik muss schon im Vertrag auf diese Möglichkeit hinweisen (§ 28 Abs. 2 Nr. 6 HebG). Den Antrag solltest Du stellen, sobald feststeht, dass Du nicht rechtzeitig fertig wirst. Was sonst im Vertrag stehen muss, erklärt der Artikel zum Vertrag zur akademischen Hebammenausbildung.

Teilzeit: an den meisten Studienorten nicht möglich

Das Gesetz spricht vom Hebammenstudium „in Vollzeit“. Mehrere Hochschulen schließen eine Teilzeitvariante ausdrücklich aus:

  • Jade Hochschule Oldenburg: nicht möglich, weil Theorie- und Praxismodule aufeinander aufbauen.
  • OTH Regensburg: Vollzeitstudium, berufsbegleitende Angebote nur über die Weiterbildung.
  • TU Dresden: Das Studium ist auf Vollzeit mit 40 Stunden ausgelegt, Teilzeit geht nicht.
  • htw saar: ausdrücklich nicht in Teilzeit studierbar.

Berufsbegleitende oder verkürzte Wege gibt es nur für Hebammen, die schon nach altem Recht ausgebildet sind. Die Katholische Stiftungshochschule München bietet ihnen fünf Semester, die Evangelische Hochschule Berlin den Einstieg im vierten Semester. Für Schulabgänger und Quereinsteiger ohne Hebammenexamen sind das keine Optionen.

So rechnest Du Deinen Weg in den Beruf

Zur Studiendauer kommt die Zeit vor dem Studium. Die Klinikbewerbungen für den Start im Oktober 2027 laufen zwischen Herbst 2026 und Frühjahr 2027; die belegten Termine stehen bei den Bewerbungsfristen 2027. Vorher brauchst Du an vielen Orten ein Praktikum in der Geburtshilfe, in Münster etwa 154 Stunden, die schon bei der Bewerbung abgeschlossen sein müssen; Details stehen beim Vorpraktikum. Wer jetzt mit der Schule fertig wird und erst 2027 sucht, beginnt realistisch 2028 und ist bei sieben Semestern 2032 fertig. An welchen Studienorten Du sieben oder acht Semester studierst, zeigt die Übersicht aller Studienorte.

Quellen

Häufige Fragen

Der Bachelor reicht für die Berufserlaubnis; ein Master ist freiwillig. Einen Master in Hebammenwissenschaft bieten einzelne Hochschulen an, etwa die Hochschule Bochum am selben Standort. Die Masterangebote sind auf diesem Portal noch nicht systematisch erfasst.
Eine bundesweite Zahl gibt es nicht. Die TU Dresden legt ihr Vollzeitstudium auf 40 Stunden aus. Frankfurt rechnet für acht Semester mit einem Gesamtaufwand von 7.200 Stunden, davon 2.720 in der Praxis und 2.384 im Selbststudium. Im Vertrag mit der Klinik steht die regelmäßige tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit (§ 28 Abs. 1 Nr. 4 HebG).
Nicht im üblichen Sinn. Praxiseinsätze liegen auch in der vorlesungsfreien Zeit; die TH Nürnberg etwa plant sie blockweise in Vorlesungszeit und veranstaltungsfreier Zeit. Dafür hast Du über den Vertrag mit der Klinik einen Urlaubsanspruch, dessen Dauer im Vertrag stehen soll (§ 28 Abs. 2 Nr. 3 HebG).
Das Hebammengesetz regelt eine Unterbrechung nicht eigens. Es verlängert den Vertrag auf schriftlichen Antrag, wenn Du die staatliche Prüfung ohne eigenes Verschulden nicht rechtzeitig ablegen kannst, höchstens um ein Jahr (§ 37 Abs. 2 HebG). Urlaubssemester richten sich nach den Regeln der Hochschule; sprich vorher mit Hochschule und Klinik.

Redaktion hebamme-studium.de

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