Hebamme Gehalt TVöD: P 11, Stufen und Zulagen 2026

Von der RedaktionAktualisiert am 4. November 20268 Min. Lesezeit

Euromünzen und Notizbuch

Das Gehalt einer Hebamme im TVöD richtet sich nach der Entgeltgruppe P 11, wenn sie ihren Abschluss an einer Hochschule erworben hat. Seit dem 1. Mai 2026 beginnt P 11 in Stufe 2 mit 4.419,71 € brutto im Monat bei Vollzeit. Hebammen aus der früheren Fachschulausbildung starten in P 8 mit 3.701,21 €.

Die Zahlen stammen aus der Entgelttabelle für den Pflegedienst (Anlage E zum Besonderen Teil Krankenhäuser, kurz BT-K). Dazu kommen Zulagen – in vielen Gehaltsübersichten fehlen sie – und eine Jahressonderzahlung.

Für wen der TVöD gilt

Der TVöD in der Fassung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gilt in Krankenhäusern, deren Träger Mitglied eines kommunalen Arbeitgeberverbands ist: Kreis- und Stadtkliniken, kommunale Klinikverbünde. Unikliniken der Länder zahlen nach dem TV-L, kirchliche Häuser nach den Arbeitsvertragsrichtlinien von Caritas oder Diakonie, private Klinikketten nach Haustarif.

Wie viele Hebammen nach welchem Tarif bezahlt werden, weist keine Statistik aus. Destatis zählte Ende 2024 insgesamt 11.447 angestellte Hebammen in Krankenhäusern, 74,6 % davon in Teilzeit. Wer heute im Studium ist und an einer kommunalen Klinik lernt, bekommt dort bereits nach dem Tarifvertrag für Hebammenstudierende (TVHöD) 1.815 € im Monat; die Einzelheiten stehen im Artikel zur Vergütung im Hebammenstudium.

P 11 seit 2025: die Gruppe für Hebammen mit Hochschulabschluss

Die Entgeltordnung der VKA führt Hebammen im Teil „Beschäftigte in der Pflege“. Seit dem 1. Januar 2025 gibt es dort die Entgeltgruppe P 11. Sie hat heute zwei Fallgruppen:

  1. „Hebammen mit abgeschlossener Hochschulbildung und entsprechender Tätigkeit.“
  2. „Hebammen und Entbindungspfleger der Entgeltgruppe P 8 Fallgruppe 3, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten der Fallgruppe 1 ausüben.“

Rückwirkend geregelt hat das § 29e des Überleitungstarifvertrags (TVÜ-VKA). Hebammen, denen am 1. Januar 2025 oder später solche Tätigkeiten übertragen sind, werden so gestellt, als wären sie seit der Übertragung in P 11 eingruppiert, frühestens ab diesem Datum. Wer also im Frühjahr 2025 nach dem Studium angefangen hat und zunächst niedriger eingruppiert war, ist ab Arbeitsbeginn so zu stellen, als hätte P 11 von Anfang an gegolten.

P 11 entspricht laut § 52 Abs. 1 BT-K der allgemeinen Entgeltgruppe 9b. Das ist die Gruppe, die der TVöD auch anderen Beschäftigten mit Hochschulabschluss zuordnet. Für das Hebammenstudium heißt das: Der Bachelor zahlt sich im kommunalen Krankenhaus vom ersten Arbeitstag an aus.

Hebamme Gehalt im TVöD nach Stufen

Die Pflegegruppen P 7 bis P 16 haben keine Stufe 1. Eingangsstufe ist Stufe 2 (§ 52 Abs. 2 BT-K); wer mindestens drei Jahre einschlägige Berufserfahrung mitbringt, kommt in der Regel gleich in Stufe 3 (§ 16 (VKA) Abs. 2 TVöD). Danach steigt das Entgelt mit der Zeit, die Du ununterbrochen beim selben Arbeitgeber in derselben Entgeltgruppe arbeitest (§ 16 (VKA) Abs. 3 TVöD).

Stufe erreicht nach P 11 ab 01.05.2026 P 8 ab 01.05.2026
2 Einstellung 4.419,71 € 3.701,21 €
3 2 Jahren in Stufe 2 (P 8: 3 Jahren) 4.557,30 € 3.862,80 €
4 3 Jahren in Stufe 3 4.901,27 € 4.075,58 €
5 4 Jahren in Stufe 4 5.129,69 € 4.247,92 €
6 5 Jahren in Stufe 5 5.233,54 € 4.488,98 €

Monatliche Tabellenentgelte bei Vollzeit, brutto. Die längere Wartezeit bis Stufe 3 in P 8 steht in § 52 Abs. 3 BT-K.

Rechnerisch liegt die Endstufe von P 11 also 14 Jahre nach dem Einstieg. Ganz fest ist dieser Fahrplan nicht. Ab Stufe 3 hängt der Aufstieg auch von der Leistung ab. Liegt sie erheblich über dem Durchschnitt, kann der Arbeitgeber die Zeit bis zu den Stufen 4 bis 6 verkürzen, liegt sie erheblich darunter, kann er sie verlängern (§ 17 Abs. 2 TVöD).

Unterbrechungen sind geregelt. Mutterschutz, bezahlter Urlaub und Krankheit bis 39 Wochen zählen wie gearbeitete Zeit. Elternzeit bis zu fünf Jahren schadet der erreichten Stufe nicht, wird aber auch nicht auf die Stufenlaufzeit angerechnet (§ 17 Abs. 3 TVöD).

Die Werte ab Mai 2026 sind der zweite Erhöhungsschritt aus den Änderungstarifverträgen vom 6. April 2025, der erste galt ab April 2025. Stufe 2 stieg im Mai 2026 von 4.299,33 € auf 4.419,71 €, ein Plus von 2,8 %. Eine weitere Erhöhung steht in den aktuellen Lesefassungen der VKA nicht.

P 8 für die Altausbildung und der Weg nach P 11

P 8 Fallgruppe 3 erfasst „Hebammen und Entbindungspfleger mit mindestens dreijähriger Ausbildung und entsprechender Tätigkeit“. Das betrifft alle, die an einer Hebammenschule gelernt haben. Neu beginnen konnte diese Ausbildung nur, wer vor dem 31. Dezember 2022 angefangen hat; abgeschlossen sein muss sie bis 31. Dezember 2027 (§ 77 Abs. 1 HebG). Mehr dazu im Artikel Hebamme Ausbildung.

Für diese Gruppe ist P 11 nicht verschlossen. Fallgruppe 2 öffnet die höhere Gruppe für P-8-Hebammen, die mit „gleichwertigen Fähigkeiten“ und Erfahrung die Tätigkeiten einer Hebamme mit Hochschulabschluss ausüben. Eine Mindestzahl an Berufsjahren nennt der Tarifvertrag nicht. Ob die Tätigkeit passt, entscheidet sich am einzelnen Arbeitsplatz.

Was bei einer Höhergruppierung passiert, regelt § 53 Abs. 1 BT-K: Du behältst Deine Stufe, und die Stufenlaufzeit beginnt in der neuen Gruppe am Tag der Höhergruppierung neu. Ein Beispiel mit Stufe 4 und den Werten ab Mai 2026: Aus 4.075,58 € in P 8 werden 4.901,27 € in P 11, also 825,69 € mehr im Monat. Die bis dahin in Stufe 4 verbrachte Zeit zählt danach allerdings nicht mehr – der Weg zu Stufe 5 beginnt von vorn.

Zulagen und Jahressonderzahlung

Das Tabellenentgelt ist nur ein Teil des Gehalts. Für Beschäftigte in P 5 bis P 16 legt der BT-K zwei feste Zulagen obendrauf, im Schichtdienst kommen weitere dazu.

Bestandteil Betrag Grundlage
Pflegezulage (P 5 bis P 16) 141,82 € im Monat ab 01.05.2026 § 52 Abs. 6 BT-K
Zulage (P 5 bis P 16), nicht dynamisch 25,00 € im Monat (KAV Baden-Württemberg: 35,00 €) § 52 Abs. 5 BT-K
Wechselschichtzulage, ständige Wechselschicht 250,00 € im Monat § 50 Abs. 2 BT-K
Wechselschichtzulage, nicht ständig 1,49 € je Stunde (KAV Baden-Württemberg: 1,47 €) § 50 Abs. 2 BT-K
Schichtzulage, ständige Schichtarbeit 100,00 € im Monat § 8 Abs. 6 TVöD
Jahressonderzahlung P 11 / P 8 85 % / 90 % § 54 Abs. 3 BT-K

Den Betrag der Wechselschichtzulage nennt die BT-K-Lesefassung mit Stand 1. Januar 2026; seit welchem Datum genau 250 € gelten, steht dort nicht. Die Pflegezulage verändert sich laut Tarifvertrag erst wieder mit allgemeinen Entgeltanpassungen nach dem 31. März 2027.

Auffällig ist die Jahressonderzahlung. P 11 bekommt einen niedrigeren Prozentsatz als P 8, in Euro aber mehr: 85 % von 4.419,71 € Tabellenentgelt sind 3.756,75 €, 90 % von 3.701,21 € sind 3.331,09 €. Bemessen wird sie am durchschnittlichen Monatsentgelt aus Juli, August und September; die in Monatsbeträgen festgelegten Zulagen gehören nach § 54 BT-K dazu.

Rechenbeispiel: ein Jahr in P 11 Stufe 2

Annahmen: Vollzeit, das ganze Kalenderjahr in P 11 Stufe 2, durchgehend die Werte ab 1. Mai 2026, keine Schicht- oder Zeitzuschläge, Arbeitgeber außerhalb Baden-Württembergs.

  • Monat: 4.419,71 € Tabellenentgelt + 141,82 € Pflegezulage + 25,00 € Zulage = 4.586,53 €
  • zwölf Monate: 12 × 4.586,53 € = 55.038,36 €
  • Jahressonderzahlung: 85 % des Durchschnitts aus Juli bis September; mit den beiden festen Zulagen gerechnet 3.898,55 € (85 % von 4.586,53 €)
  • Jahresbrutto: rund 58.936,91 € (Näherung, weil der Tarif die tatsächlich gezahlten Entgelte aus Juli bis September nimmt)

Wer ständig Wechselschicht arbeitet, liegt um 250 € im Monat höher. Bei Teilzeit gibt es alle Entgeltbestandteile anteilig (§ 24 Abs. 2 TVöD); mit 75 % einer Vollzeitstelle wären es 3.314,78 € Tabellenentgelt in Stufe 2. Was davon netto bleibt, zeigt der Artikel Hebamme Gehalt netto.

Vergleich mit dem TV-L an Unikliniken

An Unikliniken der Länder, die den TV-L anwenden, steht für Hebammen nur ein Merkmal in der Entgeltordnung: KR 8 Fallgruppe 2, „Hebammen mit mindestens dreijähriger Ausbildung und entsprechender Tätigkeit“. Ein eigenes Merkmal für Hebammen mit Hochschulabschluss gibt es im TV-L nicht. Ob einzelne Unikliniken Hebammen mit Bachelor höher eingruppieren, dazu gibt es keine veröffentlichte Angabe.

TVöD VKA, P 11 TV-L, KR 8
Stufe 2 (Einstieg) 4.419,71 € ab 01.05.2026 3.668,95 € (01.04.2026 bis 28.02.2027)
Stufe 6 5.233,54 € 4.468,47 €
nächste beschlossene Erhöhung Stufe 2 keine in der Lesefassung 3.742,33 € ab 01.03.2027, 3.779,75 € ab 01.01.2028
Wechselschichtzulage ständig 250,00 € 250,00 € ab 01.07.2026
Jahressonderzahlung 85 % 88,14 %

Zum Einstieg liegt P 11 damit 750,76 € im Monat über KR 8. Wer im Studium an einer Uniklinik als verantwortlicher Praxiseinrichtung lernt und dort bleiben möchte, sollte den Tarif des späteren Arbeitgebers kennen.

Einordnung: Tarif und tatsächliche Gehälter

Die Bundesagentur für Arbeit weist im Entgeltatlas für Hebammen (Vollzeit, sozialversicherungspflichtig) einen Median von 4.846 € brutto im Monat aus; die Hälfte liegt also darüber. Das untere Quartil endet bei 4.155 €, das obere beginnt bei 5.428 €. Gezählt sind 3.481 Personen, ein Stichjahr nennt die Abfrage nicht.

Der Median liegt 426,29 € über P 11 Stufe 2 – das passt dazu, dass er Zulagen, Berufserfahrung und alle Tarife zusammenfasst. Teilzeitkräfte und freiberufliche Hebammen fehlen in dieser Zahl. Den Gesamtüberblick über alle Tarife gibt der Artikel Hebamme Gehalt, was freiberufliche Hebammen abrechnen, steht unter Was verdient eine selbstständige Hebamme?. Welche Aufgaben hinter der „entsprechenden Tätigkeit“ stehen, beschreibt der Artikel zum Beruf der Hebamme. Zum Vergleich die Eingruppierung zweier weiterer Gesundheitsberufe: Physician Assistant im TVöD und TV-L und Physiotherapeut im TVöD.

Quellen

Häufige Fragen

P 11 Fallgruppe 1 setzt zwei Dinge voraus: eine abgeschlossene Hochschulbildung und eine entsprechende Tätigkeit als Hebamme. Das Merkmal steht in der Entgeltordnung der VKA und gilt damit in kommunalen Krankenhäusern, die den TVöD anwenden. Unikliniken der Länder zahlen nach dem TV-L, dessen Entgeltordnung für Hebammen nur die Gruppe KR 8 enthält.
Bei durchgehender Vollzeit beim selben Arbeitgeber erreicht eine Hebamme in P 11 nach zwei Jahren Stufe 3 und nach drei weiteren Jahren Stufe 4. Stufe 4 bringt seit dem 1. Mai 2026 monatlich 4.901,27 € Tabellenentgelt, dazu kommen Zulagen. Bei Leistungen deutlich über oder unter dem Durchschnitt kann der Arbeitgeber die Zeit bis Stufe 4 verkürzen oder verlängern.
Ja, unter Bedingungen. Wer mindestens drei Jahre einschlägige Berufserfahrung mitbringt, wird nach § 16 (VKA) Abs. 2 TVöD in der Regel der Stufe 3 zugeordnet. Kommst Du direkt aus einem anderen Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst, kann der neue Arbeitgeber die dort erreichte Stufe ganz oder teilweise übernehmen; eine Pflicht dazu gibt es nicht.
Nein. Caritas und Diakonie haben eigene Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR). Die Caritas hat die Entgeltgruppe P 11 für Hebammen mit abgeschlossener Hochschulbildung rückwirkend ab 1. Januar 2025 eingeführt, die Euro-Beträge der Tarifrunde 2025 hatte ihre Bundeskommission laut Beschluss aber noch nicht übernommen.

Redaktion hebamme-studium.de

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