Master Hebammenwissenschaft: alle Studiengänge 2026

Von der RedaktionAktualisiert am 26. Oktober 20267 Min. Lesezeit

Kleiner Hörsaal mit Pult

Einen Master in Hebammenwissenschaft bieten im Herbst 2026 fünf Hochschulen an: die Universitäten Köln und Tübingen, die Hochschule Bochum, die OTH Regensburg und die KSH München. Ludwigshafen und Mainz planen einen sechsten zum Sommersemester 2027. Alle verlangen die Erlaubnis als Hebamme und einen Bachelor, die meisten 210 Leistungspunkte.

Dazu kommen zwei Master mit einer eigenen Studienrichtung für Hebammen an der DHBW und an der FAU Erlangen-Nürnberg. Der Markt ist klein. Das Statistische Bundesamt zählte im Wintersemester 2025/26 im Fach Hebammenwissenschaft 105 Masterstudierende, bei 6.331 im Bachelor.

Master Hebammenwissenschaft: alle Angebote im Überblick

Die Tabelle zeigt die Studiengänge, die sich ausdrücklich an Hebammen richten. Alle Angaben stammen von den Seiten der Hochschulen, Stand Oktober 2026.

Hochschule Studiengang Dauer und Umfang Form Beginn
Universität zu Köln Advanced Midwifery Practice (M.Sc.), 10 Plätze 4 Semester, 120 ECTS Vollzeit, höchstens 12 Semesterwochenstunden, berufsvereinbar Wintersemester, seit 2025/26
Hochschule Bochum Hebammenwissenschaft (M.Sc.) 3 Semester, 90 ECTS Präsenz in Blöcken mit digitalen Anteilen Sommersemester, seit 2026
Universität Tübingen Hebammenwissenschaft und Frauengesundheit (M.Sc.), 30 Plätze im Jahr 3 Semester, 90 ECTS Vollzeit Sommer- und Wintersemester, seit 2022
OTH Regensburg Hebammenwissenschaft (M.Sc.) 3 Semester, 90 ECTS Vollzeit im Blockformat, Teilzeitjob möglich Sommersemester, seit 2025
KSH München Midwifery-Led Care (M.Sc.), 15–25 Plätze 5 Semester, 90 ECTS berufsbegleitend, Präsenz und Fernstudium Wintersemester
HWG Ludwigshafen und Universität Mainz Hebammenwissenschaft – Advanced Practice Midwifery (M.Sc.) 3 Semester Vollzeit mit hohem Online-Anteil geplant Sommersemester 2027, Akkreditierung läuft

Tübingen beschreibt seinen Master als ersten deutschsprachigen, konsekutiven, hebammenwissenschaftlichen Studiengang an einer Medizinischen Fakultät. Bochum ist zum Sommersemester 2026 als jüngstes Angebot gestartet. Für den Master in Ludwigshafen und Mainz gilt alles, was auf der Seite steht, ausdrücklich als „Planungsstand“; er beginnt nur, wenn die Akkreditierung positiv ausgeht. Mehr über die einzelnen Standorte findest Du auf den Seiten zu Köln, Tübingen und den übrigen Studienorten.

Master mit Hebammen-Studienrichtung

Zwei weitere Master sind interprofessionell angelegt und haben eine Studienrichtung nur für Hebammen.

An der FAU Erlangen-Nürnberg heißt er „Advanced Healthcare – Interprofessionelle Gesundheitsversorgung“. Er läuft seit dem Sommersemester 2025, berufsbegleitend über fünf Semester mit 90 ECTS. Zwei Drittel der Leistungen entfallen auf die Studienrichtung Hebammenwissenschaft, ein Drittel auf den gemeinsamen Teil für alle Gesundheitsberufe. Zugelassen wird nach einem Qualifikationsfeststellungsverfahren mit Auswahlgespräch in Erlangen.

Die DHBW bietet über ihr Center for Advanced Studies den Master „Advanced Practice in Healthcare“ mit der Studienrichtung Advanced Midwifery Practice an. Er ist berufsintegrierend: Du bleibst im Job, kommst im Schnitt einmal im Monat zu drei bis fünf Präsenztagen, die Regelstudienzeit beträgt vier Semester.

Offen für Hebammen sind außerdem benachbarte Master. Die HWG Ludwigshafen hat „Innovative Versorgungspraxis in der Pflege und im Hebammenwesen“ (M.A., 120 ECTS, Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit) mit einem Wahlpflichtbereich zu Schwangerschaft, Geburt und früher Kindheit. Die MLU Halle-Wittenberg führt „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“ (M.Sc.), laut Deutschem Hebammenverband ein interprofessioneller Studiengang „inklusive Hebammen“. Im Hochschulkompass nennt die MLU als Zielgruppe ausdrücklich Absolventen der Hebammenwissenschaft; der Master ist konsekutiv, dauert vier Semester (120 Leistungspunkte), beginnt nur zum Wintersemester und ist örtlich zulassungsbeschränkt.

Was es nicht mehr oder noch nicht gibt

Den Europäischen Masterstudiengang Hebammenwissenschaft der MHH Hannover listet der Deutsche Hebammenverband mit dem Vermerk „Anmeldung nicht mehr möglich“. An der Charité war ein Master zum Sommersemester 2026 vorgesehen; der Berliner Senat hat ihn laut Antwort vom 7. Oktober 2025 „vorerst zurückgestellt“. Stattdessen soll die Charité ein Konzept für einen Master „Prävention und Digitalisierung“ entwickeln, der auch Absolventen der Hebammenwissenschaft offenstehen soll.

Zugang: was alle verlangen und wo es Unterschiede gibt

Gemeinsam ist allen Hebammen-Mastern die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung „Hebamme“. Ohne bestandene staatliche Prüfung geht es nicht. Dazu kommt ein Bachelor, und hier liegt der wichtigste Unterschied: Die meisten Programme rechnen mit 210 Leistungspunkten, also einem siebensemestrigen Bachelor. Wer einen sechssemestrigen Bachelor mit 180 Punkten hat, kommt trotzdem fast überall hinein, aber auf unterschiedlichen Wegen.

Hochschule Bachelor mit 180 ECTS Weitere Bedingungen
Köln reicht (mindestens 6 Semester, 180 LP) Exposé, Deutsch C1, sehr gute Englischkenntnisse
Bochum nur wenn 30 ECTS auf Antrag anerkannt werden Staatsexamen und Berufszulassung
Tübingen nicht genannt, verlangt 210 ECTS Gesamtnote 2,5 oder besser
OTH Regensburg fehlende Credits bis Ende des 2. Semesters nachholen mindestens 5 ECTS Forschungsmethoden, Deutsch DSH 3
KSH München fehlende 30 Punkte im Master nachholen Note mindestens 2,5, Englisch B2
FAU Sondereignungsfeststellungsprüfung, mündlich, etwa 40 Minuten Deutsch C1, Bachelorarbeit mit Abstract
HWG/JGU (geplant) z. B. mündliche Aufnahmeprüfung Englisch B2

Wie lange die Bachelorstudiengänge an den einzelnen Orten dauern, steht im Artikel zur Dauer des Hebammenstudiums. Wer heute einen Studienort wählt und später einen Master plant, sollte auf die sieben oder acht Semester achten.

Hebammen aus der früheren Fachschulausbildung brauchen für den Master zuerst einen Bachelor. Bochum akzeptiert zwar ausdrücklich eine Berufszulassung „in einer früheren Fassung“ des Hebammengesetzes, verlangt aber den Hochschulabschluss. Welche Wege dafür offen sind, erklärt der Artikel Studium für examinierte Hebammen.

Fristen für 2027

Die meisten Master starten im Sommersemester. Wer im Frühjahr 2027 anfangen will, muss sich im Winter bewerben.

Hochschule Bewerbung Stand
FAU Erlangen-Nürnberg 15.10.2026 bis 15.01.2027 (Sommersemester) jährliche Regel laut Hochschule
OTH Regensburg 15.11.2026 bis 15.01.2027 (Sommersemester), Ausschlussfrist jährliche Regel laut Hochschule
HWG/JGU Anfang/Mitte November 2026 bis 15.01.2027 (Sommersemester) Planungsstand
Universität Tübingen bis 15.01.2027 (Sommersemester), bis 15.06.2027 (Wintersemester) jährliche Regel laut Hochschule
Hochschule Bochum ab Anfang Dezember 2026 bis 15.01.2027 (Sommersemester) Hochschulseite
DHBW 16.01. bis 30.06.2027 (Wintersemester), Start 1. Oktober jährliche Regel laut Hochschule
KSH München 01.05. bis 15.07.2027 (Wintersemester) jährliche Regel laut Hochschule
Universität zu Köln für 2027 noch nicht veröffentlicht; 2026 lief die Frist vom 01.06. bis 15.07. Hochschulseite

Kosten

Köln, Bochum, die OTH und die HWG nennen für ihre Hebammen-Master nur den Semesterbeitrag; Bochum und die OTH schreiben ausdrücklich, dass keine Studiengebühren anfallen. Die KSH nennt den Beitrag zum Studierendenwerk; die Wahlpflichtmodule laufen dort über das Institut für Fort- und Weiterbildung, einen Betrag gibt die Seite nicht an. Die FAU und Tübingen machen auf den Studiengangsseiten keine Angabe zu Gebühren.

Teuer ist der berufsintegrierende Master der DHBW. Er kostet über die Regelstudienzeit 7.700 €, also 1.925 € je Semester, dazu einmalig 400 € Anmeldegebühr und je Semester 96 € Beiträge für Studierendenwerk und Studierendenschaft. Jedes zusätzliche Semester kostet 480 €. Die DHBW schreibt, dass Arbeitgeber die Gebühren „häufig ganz oder in Teilen“ übernehmen.

Was der Master beruflich bringt

Die Hochschulen beschreiben ähnliche Ziele: Leitung, Forschung und Lehre und erweiterte klinische Rollen. Köln will Hebammen „für einen erweiterten autonomen Praxisbereich“ qualifizieren. Tübingen nennt Leitungspositionen, Personalführung im Kreißsaal oder Geburtshaus, Qualitätsmanagement sowie Forschung und Lehre. Die DHBW nennt fachliche Leitungsrollen „etwa in hebammengeführten Kreißsälen oder Schwerpunktpraxen“.

Einige Master packen Zusatzqualifikationen gleich mit hinein. In Köln befähigt ein Wahlpflichtmodul zur Tätigkeit als Praxisanleiterin, Tübingen bietet ein Zusatzmodul für die Grundqualifikation zur Praxisanleitung. An der KSH kannst Du als Wahlpflicht Praxisanleitung, eine Qualifizierung zur Familienhebamme nach den Vorgaben des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen oder Grundlagen für Leitungspositionen wählen. Die FAU erkennt Inhalte für die Weiterbildung zur Praxisanleitung und zur Stationsleitung an.

Beim Gehalt bewirkt der Abschluss allein nichts. Die Entgeltordnung der VKA ordnet „Hebammen mit abgeschlossener Hochschulbildung“ in P 11 ein, ein Unterschied zwischen Bachelor und Master ist dort nicht vorgesehen. Seit Mai 2026 beginnt P 11 bei 4.419,71 € brutto; die Stufen erklärt der Artikel Hebamme Gehalt nach TVöD.

Master und Promotion

Für eine Promotion in Deutschland brauchst Du nach Angabe der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft in der Regel 300 Leistungspunkte aus Bachelor und Master zusammen. Ein siebensemestriger Bachelor mit 210 Punkten plus ein dreisemestriger Master mit 90 Punkten ergibt genau das. Die HWG und die JGU weisen darauf hin, dass bei einem Bachelor mit 180 Punkten der Weg zur Promotion „nicht automatisch gegeben“ ist.

Ausdrücklich als Weg zur Promotion nennen ihre Master Bochum („Das Studium befähigt zur Promotion“), die OTH mit ihrem Promotionszentrum, die FAU mit Promotion und Habilitation sowie Tübingen. Im Wintersemester 2025/26 zählte das Statistische Bundesamt zehn Promovierende im Fach. Was das Fach insgesamt ausmacht, beschreibt der Artikel Hebammenwissenschaft.

Quellen

Häufige Fragen

Einen reinen Fernstudiengang gibt es unter den Hebammen-Mastern nicht. Am nächsten kommen die KSH München mit einer Mischung aus Präsenz- und Fernstudium über fünf Semester und der geplante Master in Ludwigshafen und Mainz mit hohem Online-Anteil. Köln bietet alle zwei Wochen zwei bis drei Präsenztage und dazwischen Online-Lehre.
Nicht überall. Fest verlangt wird sie an der DHBW, die mindestens ein Jahr voraussetzt. Köln fragt nach der beruflichen Tätigkeit vor und während des Studiums, die FAU will einen Nachweis über die bisherige Berufserfahrung. Bochum, Tübingen, die OTH und die KSH nennen keine Mindestdauer, verlangen aber die Erlaubnis als Hebamme.
Nicht automatisch. Die Entgeltordnung des TVöD für kommunale Krankenhäuser ordnet Hebammen mit abgeschlossener Hochschulbildung in P 11 ein und unterscheidet dabei nicht zwischen Bachelor und Master. Mehr Geld bringt der Abschluss erst über eine andere Stelle, etwa in Lehre, Forschung oder Leitung.
Ja, wenn Du die Erlaubnis als Hebamme schon hast. Alle Hebammen-Master setzen sie voraus, und sie kommt erst nach bestandener staatlicher Prüfung. Die FAU nimmt Bewerbungen schon an, wenn im Bachelor 180 von 210 Leistungspunkten erreicht sind; das Abschlusszeugnis musst Du dann bis 15. Mai nachreichen.

Redaktion hebamme-studium.de

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